Gedanken zur Taufe

Getauft, aber OK ?

Das Jahr 2011 ist in der Evangelischen Kirche in Deutschland als Jahr der Taufe ausgerufen worden.
Dies hat mich angeregt, über eine große Gruppe von Erwachsenen nachzudenken, für die die obige Überschrift zutrifft.

Sie sind zwar als Kinder getauft worden, also „Christen“ und keine Heiden, aber sie haben ihren Kirchenaustritt vollzogen.
Sie erhalten damit auf der Steuerkarte bei der Konfession Gedankenstriche, also „ - -“ und werden amtlich als „OK“ geführt, d.h. sie sind ohne Konfession und sparen sich dadurch die Kirchensteuer.

Wenn es ihnen nur um das Finanzielle geht, ist dies aber nicht „OK“, denn sie werden immer wieder zu Nutznießern kirchlicher Einrichtungen, seien es unter anderem Kindergärten oder Krankenhäuser, die ihre Kinder oder sie selbst versorgen.
Dabei sollte ihnen klar sein, dass diese kirchlichen Einrichtungen doch nur durch Kirchensteuern möglich werden.

Der Kirchenaustritt sagt im Grunde nichts über die religiöse Einstellung dieser Menschen, und die Kirche sollte sie also nicht aus den Gedanken streichen.
Sicher gibt es Atheisten unter ihnen, aber ich wage zu behaupten, dass die Mehrzahl unter ihnen dennoch an Gott glauben, wenn sie auch mit Christus nichts anfangen können und somit die Bezeichnung „Christen“ nicht für sie zutrifft.

Dies mag vielleicht damit zusammenhängen, dass sie weder zu Hause, noch in der Schule erfahren haben, welche Bedeutung Christus für den Gläubigen haben sollte.
Auch in der Kirche haben sie mehr Ritus und allgemeine Lebensberatung erfahren als die Lehre Jesu, wie sie im Neuen Testament bezeugt ist.

Eine Sondergruppe unter den Konfessionslosen sind diejenigen, die bewusst den Kirchen den Rücken gekehrt haben, weil sie mit ihren Amtskirchen und dem Verhalten dieser in einzelnen Fragen nicht klar kommen.

Diese mögen wissen, dass unsere Kirche offen ist, über alle diese Fragen zu reden.
Schließlich ist sie demokratisch, d.h. jeder wird gehört , die Leitenden sind auf Zeit gewählt, also auch abwählbar, und niemand in ihr ist schon durch sein Amt im Besitz der Wahrheit.
Also wende sich jeder, der Fragen hat, an die Gemeinde. Er wird Antwort finden.
Denn wir sind, wie schon Melanchthon sagt, zum Gespräch geboren.


Hagen Schmidt, Mitglied des Presbyteriums

 
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